“…ich will zurück nach Westerland” – Syltlauf 2016

Ein Bericht von Klaus Pietsch

Zu mehr als einem atemlosen ‘Ja’ reichte es nicht, als mich Wolfgang beim Trainingslauf fragte, ob ich etwas über den Syltlauf schreiben könne. Hätte ich mal besser die Klappe gehalten. Als ich Peters Vorjahresbericht las, dachte ich: „Na super, was sollst du jetzt noch schreiben?” Ich versuch’s dann trotzdem mal.

Franz Beilmann, Kampfname „Mister-Syltlauf“, hatte wieder zu selbigen geladen. „Es ist zwar etwas teurer, dafür ist man unter sich…“, mit 50 € war man dabei. Starten durfte nur, wer eine von Franz B. persönlich geschriebene Einladungskarte vorlegen konnte. Zeit ist Geld! Die 33,333 km mussten 4 Stunden nach dem launigen Start durch Mister Syltlauf durcheilt sein.

Unser Lauftreff war mit 12 Läuferinnen und Läufern sowie Armin als Mannschaftsbetreuer und Fotograf vertreten. Gut gelaunt ging es an den Start, jede(r) mit eigenem Ziel. Es gab die Newcomer, die nur in der Zeit durchkommen wollten, die Hamburg-Marathonies, für die Sylt Zwischenziel war und die, die einfach nur nach ihrer Fasson laufen wollten. Gern hätte ich hier mehr über Land und Leute berichtet, aber beides verschwand schnell im Nebel. Und es ist nur ein Gerücht, dass Wolfgang gesagt hätte, mehr als eine Seite brauche er vom Syltlauf für die „Per pedes“ nicht.

Maik, Wolfgang, Peter, …* sah ich nur am Start, flotte Sprüche, nette Gesten und weg waren sie. Während sich Angelika und Stephanie im hinteren Teil des Starterfeldes eingeordnet hatten, gingen Andreas, Helmut, Jörg und ich im Mittelfeld auf die große Reise. Wir fanden gut ins Tempo, knapp unter 6:00 spulten wir Kilometer für Kilometer bis nach Westerland ab. Zudem war es äußerst unterhaltsam, weil Andreas uns mit sehr kurzweiligen Geschichten aus seinen 500 Jahren Lebenserfahrung unterhielt. Mag Westerland baulich wenig entzücken, so doch aber durch den Beifall der Zuschauer auf der Promenade. Einen richtigen Schub gibt es, wenn man vom Sprecher namentlich erwähnt wird. Vielleicht hatte ich deshalb Bock, allein weiterzulaufen. Anfangs lies sich das ganz gut an. Von Armin gab es unterwegs immer wieder aufmunternde Anfeuerungsrufe. Erstaunlich, wie er ohne eigenes Auto immer wieder vermochte an vielen Punkten der Strecke zu unterstützen.

Der Knacks kam bei Kilometer 26. Aber nicht die Beine sondern der Kopf stieg aus. Schwierig jemanden zu erklären, der die Strecke nicht kennt. An dieser Stelle geht es in die Lister Dünenlandschaft. Die Sonne hatte erfolgreich gegen den Nebel angekämpft und gab den Blick auf einen erst am Horizont enden wollenden Weg frei, gepflastert mit den bunten Shirts der Läufer. Die Vorstellung, sich noch bis zum Horizont und ein Stückchen weiter rennend bewegen zu müssen, war für einfach deprimierend. Tröstlich, anderen ging es auch so. So ging es mal rennend, mal gehend, mal stehend durch die schöne Landschaft. Auch Stephanie, die gefühlt von hinten herangeflogen kam, konnte mich nicht dazu bewegen, wieder Bock auf Rennen zu haben. Auf diese Art und Weise schleppte ich mich dem Ziel entgegen. Kurz vorm Ziel hatte ich dann noch eine Erscheinung, die Göttin in Rot, Weiß und Dunkelbraun. Coke, so herrlich kalt, so herrlich voll Zucker. Ich fühlte mich bestätigt, es ist nicht nur ein Vorurteil, Ungesundes ist so lecker, Gesundes häufig bäh. Bäh wie das gutgemeinte lauwarme Wasser für die Läufer an der Strecke. Mit meinem Quantum braunen Trost im Becher konnte ich zwar nicht mehr die vor mir liegenden Hiller Moorläufer (Warum dachte ich dabei immer an das Moorhuhn?) aber doch das Ziel erreichen. Und es war trotz aller Mühen ein wunderbares Gefühl, erstmals 33 km am Stück (meist) laufend geschafft zu haben.

Geschafft hatten es auch alle anderen aus dem Lauftreff. Heldin des Tages war Angelika, die aus lauter Frust über die schmerzbehafteten Wochen und Monate ohne großes Training einfach mal laufen wollte. Sie hat es geschafft und wie und was war sie glücklich. Nicht nur Heldinnen gehören geehrt. Stephanie, vielen Dank dafür, dass du mich mit deinem Trainingsplan fit gemacht hast für diesen Lauf.

Was bleibt? „Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn, wann werd ich sie wiedersehen? Im Jahr 2017, ich bin mir sicher.

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